Was erwartet mich?

Therapiekonzept aus Rehabilitandensicht

Das Stations-Setting wird nach dem Prinzip der therapeutischen Gemeinschaft gestaltet: Bezugsgruppe und GruppentherapeutIn sind die Pfeiler der (psychotherapeutischen) Behandlung. Gemeinsam essen, gemeinsam sprechen, gemeinsam bewegen, gemeinsam kreativ sein und gemeinsam Achtsamkeitserfahrungen und nach Möglichkeit Tätigkeitserfahrungen wie z.B. Kochen zu machen, werden ein kreatives und intensives Miteinander ermöglichen. Durch diese klare Zuordnung wird ein verlässlicher psychosozialer Rahmen geschaffen, aus dem heraus bindungsorientierte Erfahrungen möglich sind. Gerade am Beginn der Behandlung hat die Bezugsgruppe die stützende Funktion, die bindungs- und prozessorientierte Erfahrungen die innere Veränderungen bereitstellen.

In den vier Modulen der Bezugsgruppenarbeit (Sprache, Körper, Kreativität, Achtsamkeit) wird das Haupttherapieangebot der Klinik geleistet. Darüber hinaus können indikationsspezifisch und individuum-zentriert übergreifende Behandlungsinformationsangebote und einzeln gezielt ergänzende Therapieangebote verordnet werden.

Jeder Rehabilitand erhält folgende individuelle Visitentermine:

  • die medizinische Aufnahmevisite
  • die therapeutische Aufnahmevisite mit Klärung der individuellen Ziele
  • die therapeutische Visite in der Mitte der Rehabilitation
  • die Entlassvisite
  • zusätzliche Visiten nach Absprache

Wie der "therapeutische Alltag" aussehen könne soll an einem beispielhaften Therapieplan erläutert werden.

Das tägliche Miteinander wird zudem durch die Stationsgruppe geregelt. Durch diese klare Zuordnung wird ein verlässlicher psycho-sozialer Rückhalt geschaffen, aus dem heraus Veränderung möglich wird. Gerade am Beginn einer Behandlung wird die stützende Funktion dieses Settings benötigt. Das Stations-Setting ist das Modell, die psycho-soziale Realität des Patienten, in der die (neurotischen) Konflikte oder Verhaltensstörungen sich etablieren und entsprechend bearbeitet werden können.

Neben Bezugsgruppe, GruppentherapeutIn und Stationsgruppe gibt es eine Reihe übergreifender Behandlungsangebote. Diese Behandlungen werden indikationsspezifisch verordnet.

Jeder Rehabilitand durchläuft neben den genannten Strukturen auch individuelle Visitentermine:

  • die medizinische Aufnahmevisite
  • die therapeutische Aufnahmevisite mit Klärung der individuellen Ziele
  • die Therapeutische Visite in der Mitte der Rehabilitation
  • die Entlassvisite
  • zusätzliche Visiten nach Absprache

Wie der „therapeutische Alltag“ aussehen könnte, soll an beispielhaften Therapieplänen erläutert werden.

Beispielhafter Wochentherapieplan:

MontagDienstagMittwochDonnerstagFreitag
Singen, Tönen, TrommelnFilmabendfreies Tanzen
FrühstückFrühstückFrühstückFrühstückFrühstück
WalkingtrainingOrthopädisches TrainingWalkingtrainingWalkingtrainingKreativtherapie
MassageBezugsgruppeBezugsgruppeRückenschule
BewegungsgruppeBewegungsgruppeSeminar - StehenKochwerkstattHWS Gymnastik
Seminar - HebenPsychometrie-TestAtemfunktionstraining
MittagessenMittagessenMittagessenMittagessenMittagessen
Fitness
Gymnastik
AchtsamkeitAchtsamkeitStationsgruppeBezugsgruppe
KörpertherapieAquafitnessBehandlung mit HydrojetRessourcen-
orientierung
Schwimmtechnik-
verbesserung
KreativtherapieVortrag
Nachsorge/Selbsthilfe
Abendessen in StilleAbendessenAbendessen in StilleAbendessenAbendessen

Therapiekonzept: aus TherapeutInnensicht

Wichtiger Bestandteil ist die phasen-, bindungs- und prozessorientierte Psychotherapie, die wir in Form integrativer Gruppentherapie durch unser multiprofessionelles Team anbieten.t. Wichtiger Bestandteil ist die phasen-, bindungs- und prozessorientierte Psychotherapie, die wir in Form integrativer Gruppentherapie durch unser multiprofessionelles Team anbieten.

Die Gesamtbehandlung setzt sich aus verschiedenen Modulen zusammen:

Das Modul Sprache umfasst die Einführung und die Vorbereitungsgruppe für alle Neuanreisen in der Aufnahmewoche, in der Sie Ihre Anliegen und Behandlungsziele mit der zuständigen Teamleitung Ihrer Station diskutieren können.

Ab der zweiten Aufenthaltswoche erhalten Sie je 3x 90 Minuten Gruppenpsychotherapie in Ihrer fortlaufenden Bezugsgruppe. Die Gruppe ist halboffen, d. h. jede Woche hat Ihre Gruppe Ein- und Austritte.

Aufnahmegespräch, Visitengespräche und Entlassungsgespräche werden bei Bedarf um weitere Einzelgespräche ergänzt.

Im Modul Körper erhalten Sie in Ihrer Bezugsgruppe Bewegungstherapie sowie körpertherapeutische Angebote. Diese umfassen verschiedenen Bewegungsformen und Körperwahrnehmung, deren einzelne Elemente Qigong, Yoga, therapeutisches Tanzen, Feldenkrais und Achtsamkeitsübungen sein können.

Im Modul Kreativität nehmen Sie mit Ihrer Bezugsgruppe an Gestaltungstherapie, Ergotherapie, Kunsttherapie und anderen Verfahren teil, in dem Ihre schöpferischen und phantasievollen Seiten angesprochen werden.

Im Modul Achtsamkeit geht es darum zu üben aufmerksam und nicht wertend gegenwärtig zu sein. Dies können Sie mit Entspannungsverfahren wie Autogenem Training oder Progressiver Muskelentspannung nach Jacobson üben und werden in imaginative Techniken und Meditationsverfahren eingeführt.

Körperliche Aktivitäten jeglicher Art wie Gymnastik, Ausdauertraining, Walking, Aquafitness, Einführung in die FIVE®-Geräte, Benutzung von Fitnessgeräten, der Turnhalle und des Schwimmbades können Sie teils angeleitet, teils in Eigenregie durchführen.

Physiotherapie und physikalische Anwendungen ergänzen im Einzelfall die überwiegend als Gruppentherapie angebotene Intensivierung Ihres individuellen Bewegungsprogramms.

Die Entwicklung Ihres Gesundheitswissens als Erfahrungswissen ist uns besonders wichtig, worüber wir Sie in Vorträgen, Seminaren und allgemeinen Veranstaltungen informieren werden.

Mit Sozialberatung und Nachsorgeplanung unterstützen wir Sie bei der Rückkehr in Ihren Alltag.

Neben der Verbesserung Ihrer emotionalen Regulationsfähigkeit durch die Psychotherapie und der Verbesserung Ihrer körperlichen Belastbarkeit durch das vielfältige Bewegungsangebot sind regelmäßige ausgewogene und vollwertige Ernährung und die Etablierung eines Tag-/Nachtrhythmus unspezifische Wirkfaktoren, die Sie bei einer geliegenden Rehabilitation nachhaltig unterstützen. Aus diesem Grund ist die regelmäßige Teilnahme an den Mahlzeiten und die Einhaltung der Ruhezeiten sinnvoll und erforderlich.

Vom Frühjahr beginnend haben Sie die Möglichkeit, an einer Gartengruppe teilzunehmen. Koch- und Backwerkstatt und verschiedene Formen der Ernährungsberatung und Modifikation Ihrer Ernährungsgewohnheiten unterstützen Ihre stationäre Psychotherapie.

Wenn Sie unter körperlichen Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, der Stoffwechselorgane und des Bewegungsapparates leiden, bieten wir Ihnen diagnostische und therapeutische Unterstützung auf dem Facharztniveau an. Falls akute Erkrankungen auftreten unterstützt uns das Schwarzwald-Baar-Klinikum und die Fachärzte der näheren Umgebung bei Diagnostik und Therapievorschlägen.

Die Aromapflege, als anerkannte komplementäre Pflegemethode, ist ein Teil der Pflanzenheilkunde. Man versteht darunter den professionellen Einsatz von 100% naturreinen ätherischen Ölen, fetten Pflanzenölen, Hydrolaten und den daraus hergestellten Pflegeprodukten. Sie dient prophylaktischen und pflegerischen Maßnahmen und wird im Sinne des Pflegeprozesses sowie deren Pflegediagnosen integriert. Die Aromapflege zählt zu den ganzheitlichen Pflegekonzepten und unterliegt einem stetigen Entwicklungsprozess. Neue Erfahrungen und Erkenntnisse erweitern das Tätigkeitsfeld im Rahmen der Aromapflege. Die Anwendung und Wirkung erfolgt rehabilitandenorientiert über den Geruchssinn und über die intakte Haut. Das medzinisch und therapeutisch geschulte Pflegepersonal der Klinik unterstützt bei Fragen und Anwendungsmöglichkeiten.